Die Geschichte des Prämonstratenserklosters Magdeburg bis 1632

Die Geschichte der Prämonstratenser-Chorherren in Magdeburg begann im Jahr 1129. In diesem Jahr übereignete der damalige Erzbischof und Ordensgründer Norbert von Xanten das Kollegiatsstift „Unser Lieben Frauen" dem Prämonstratenserorden.

Kloster Unser Lieben Frauen
Kloster Unser Lieben Frauen - Klosterkirche St. Marien

Das Kloster Unser Lieben Frauen ist das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs. Es wurde um 1017/18 durch den Magdeburger Erzbischof Gero gestiftet. Von dessen Ursprungsbau blieb jedoch, soweit bekannt, nichts erhalten. Der vom Erzbischof Werner (1063-1078) veranlasste Neubau wurde im 12. Jahrhundert durch Orden der Prämonstratenser vollendet.

Als Kloster der Prämonstratenser erlangte es große Bedeutung, gründete zahlreiche Tochterklöster, brachte einen Erzbischof und sieben Bischöfe hervor. Norbert wurde auf eigenen Wunsch hin im Jahr 1134 in dieser seiner Lieblingsgründung vor dem Kreuzaltar beerdigt.
Unter Albrecht dem Bären erhielt das Kloster 1151 als Schenkung mehrere Dörfer. Im Zuge des weiteren Aufbaus des Ordens unterhielt das Kloster 1180 bereits Verbindungen zu 16 Tochterklöstern.

Am Karfreitag des Jahres 1207 brannte der alte Magdeburger Dom. Die Marienkirche des Klosters Unser Lieben Frauen wurde daher eilig zur Kathedrale erhoben. Bereits zu Ostern feierte Erzbischof Albrecht I. von Käfernburg hier die Messe. Im Jahre 1211 verkündete der Erzbischof in dieser Kirche den vom Papst gegen Otto IV. verhängten Bann.

Zwischen 1220 und 1240 fanden Umbauten statt, um gotische Elemente einzuführen. So entstand im Mittelschiff ein Kreuzrippengewölbe und in den Seitenschiffen Kreuzgratgewölbe. Der romanische Charakter der Kirche blieb jedoch erhalten.

Brunnenhaus im Klostergarten
Brunnenhaus im Klostergarten

Im Jahr 1293 wurden dem Kloster Unser Lieben Frauen die Klöster in Brandenburg, Broda, Gottesgnaden, Gramzow, Havelberg, Jerichow, Kölbigk, Leitzkau, Mildenfurth, Pöhlde, Quedlinburg, Ratzeburg, Roda, Stade und Themnitz unterstellt.

1349 wurde dem Kloster das Patronat über die Sankt-Ulrich-und-Levin-Kirche Magdeburg von Erzbischof Otto von Hessen übertragen. Damit war zugleich das Patronat über sämtliche Stadtkirchen verbunden.
In der Zeit der Reformation schloss sich das Kloster nicht der in Magdeburg vorherrschenden reformatorischen Bewegung an, sondern blieb katholisch.

Im Augsburger Religionsfrieden wurde 1555 die Immunität des Klosters anerkannt. Die Lage der zur kleinen katholischen Minderheit gewordenen Klosterbewohner blieb jedoch schwierig. 1570 beschlossen die Mönche, außerhalb des Klosters auf ihre weißen Ordensgewänder zu verzichten.

Papst Gregor XIII. sprach 1582 den in der Marienkirche des Klosters beigesetzten Norbert von Xanten heilig. Die Grabanlage wurde daraufhin verändert. Das Grab befand sich dann westlich der Krypta. Es wurde eine Grabplatte aus Marmor angefertigt.

Die Wiedereröffnung der Marienkirche fand am 25. März 1591 mit einer Predigt des evangelischen Predigers des Magdeburger Doms Siegfried Sack statt. Es war die erste evangelische Predigt in dieser Kirche.

Kreuzgang
Kreuzgang

Nachdem der letzte katholische Propst des Klosters 1597 verstorben war, verließen die verbliebenen katholischen Konventualen am 4. April 1601 das Kloster. Die Gebeine des Heiligen Norbert blieben zurück.

Im Jahr 1626 reiste der Abt des Klosters Strahov Caspar von Questenberg nach Magdeburg, um die Gebeine Norberts nach Prag zu überführen. Obwohl Magdeburg gerade von Truppen Wallensteins im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs belagert wurde, gelang diese Unternehmung. Caspar von Questenberg erzwang 1628 durch einen Befehl des Kaisers die Rückgabe des Klosters an die Prämonstratenser. Tatsächlich zogen drei Mönche aus Böhmen und sechs Mönche aus den Niederlanden wieder in das Kloster ein.

Bei der Erstürmung und weitgehenden Zerstörung Magdeburgs durch kaiserliche Truppen unter Tilly am 10. Mai 1631 wurde das Kloster nur verhältnismäßig gering beschädigt. Seitens der Angreifer wurde das Kloster gesondert behandelt und vor Plünderungen geschützt.

1632 verließen die 1628 eingezogenen Chorherren das Kloster endgültig.

In den folgenden Jahren erfolgte die endgültige Umwandlung in ein protestantisches Kanonikerstift, in dem noch bis 1776 das lateinische Brevier gebetet wurde. 1834 Umwandlung der schon seit dem Ende des 17. Jahrhunderts bestehenden Gelehrtenschule in ein Pädagogium, das bis zur Zerstörung 1945 in hohem Ansehen stand. Zu DDR-Zeiten wurde in dem Kloster ein Museum eingerichtet, die Kirche seitdem als Konzerthalle genutzt.

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